SozialesWohnen

Wohnungslosigkeit als soziales Phänomen

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Aktuelle Studie untersuchte die Ursachen zum Thema Wohnungslosigkeit. Langfristige Erhebung geplant.

Bereits vor der Corona-Zeit befassten sich u.a. Mag. Stefan Mauthner, Leiter der Abteilung Soziales, und Sozialreferent Vzbgm. Jürgen Pfeiler intensiv mit der aktuellsten Studie zur Wohnungslosigkeit.

In Klagenfurt ist das Angebot der Wohnungslosenhilfe im Vergleich zur Kärntner Situation grundsätzlich gut ausgebaut. Die Versorgung der wohnungssuchenden und obdachlosen Menschen ist durch Notschlafstellen und Institutionen sichergestellt und
wird zukünftig auch noch wesentlich verbessert.

Trotzdem war und ist es für den Sozialreferenten der Stadt Klagenfurt,  Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler, von großem Interesse, eine Studie zum Thema Wohnungslosigkeit zu unterstützen, so
breit wie möglich anzulegen und auch weiter zu führen. Um die facettenreichen Ursachen von Wohnungslosigkeit
aufzuzeigen und zu analysieren, wurde diese Studie gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe
durchgeführt.

Einteilung der Studie

Insgesamt wurden 464 Fragenbögen ausgewertet. Analysiert wurden die Erhebung nach 4 Kategorien: die der Obdachlosigkeit (z.B. Notschlafstelle), der Wohnungslosigkeit (z.B. Frauenhaus), des ungesicherten Wohnens (z.B.  Delogierung oder häusliche Gewalt) und der ungenügenden Wohnversorgung (z.B. provisorische Wohnverhältnisse). Als
Ursachen für die Wohnungsnot wurden verstärkt Scheidung, Entlassung aus div. Institutionen und Delogierung genannt.

Ergebnisse

In Summe waren im Auswertungsmonat Oktober 2019 in der Stadt Klagenfurt 628 Personen von Obdachlosigkeit,
Wohnungslosigkeit oder prekärer bis ungenügender Wohnversorgung betroffen. Dies entspricht einem Anteil an der Klagenfurter Bevölkerung von ca. 0,6 Prozent. Im Bereich Obdachlosigkeit gäbe es einen großen Zuzug aus benachbarten
Gemeinden, 44% der obdachlosen Menschen in Klagenfurt seien aus anderen Gemeinden zugewandert. Ein großes Thema sei die individuelle Entwicklung aus der Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit hin zu einer selbstständigen Wohnversorgung – lediglich jede/r zweite Betroffene schaffe den Weg aus der prekären Lage heraus. Ausblick

Ein für mich wichtiger Punkt ist die
Förderung von jungen Erwachsenen, welche in dieser Studie auffallen. Der Anteil junger Erwachsener in der Wohnungslosenhilfe
ist in der Klagenfurter Erhebung hoch (40% der Primärpersonen unter 31 Jahren). Diesen Befund muss man näher untersuchen, vor allem dahingehend, welche personenbezogenen Unterstützungsbedarfe vorliegen, da sich die Lebenslagen und Bedürfnisse junger Erwachsener von älteren Menschen unterscheiden,

erklärt Sozialreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler.

Um obdachlosen und wohnungslosen Menschen möglichst schnell aus ihrer Lage zu helfen und ihnen  auch langfristig wieder eine Möglichkeit zur Selbstständigkeit zu geben, sollen Programme und Konzepte nach dem Housing-First-Ansatz entwickelt
werden. Ein weiteres Ziel sei auch die Vernetzung mit anderen Gemeinden sowie die bereichsübergreifende Vernetzung
zwischen Sozialarbeit, Wohnbau und Verwaltung sowie die Sozial- und Wohnpolitik.

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